Entstehung
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Solnhofen

Zeitlich ist die Entstehung der Plattenkalke in die erdgeschichtliche Epoche Jura, Malm, Zeta 2b (Malm, Unter-Tithon) einzuordnen, entspricht also einem Alter von ca. 150 Millionen Jahren. Im Solnhofener Raum erreichen die Plattenkalke eine Mächtigkeit von bis zu 60 Metern, im Eichstätter Raum sind es nur ca. 20 Meter. 

Die Gegend um Solnhofen / Eichstätt wurde im Jura von einem flachen, subtropischen Meer überspült. Diese sog. Flachwasserplattform (Karbonatplattform) erstreckte sich bis zu den heutigen Alpen. Das Gebiet war  dabei in Schwellen und Wannen gegliedert,  wobei die Schwellen von Mikroben (z.B. kalkabscheidende Cyanobakterien) - Schwammriffen gebildet wurden. Diese Riffe behinderten einen  Wasseraustausch mit dem offenen Meer, es kam zur Bildung von Lagunen.

Gliederung der Lagune

Die Abbildung zeigt ein Schema zur Gliederung der Solnhofener Lagune (3) und ihres Vorraums (2,1). 1 = offene See; 2 = Zone der Riffbarriere; 3 = Lagune

(Abb. aus: O. Kuhn, Die Tierwelt des Solnhofener Schiefers, Die Neue Brehm -Bücherei, Wittenberg 1977)

In der damaligen Zeit herrschte ein semiarides Monsunklima mit der Folge einer hohen Verdunstungsrate. Dies bewirkte eine Hypersalinität und in der Folge davon eine Salzschichtung des Wassers. Die Bodenwasserzone war übersalzen, annähernd anaerob und lebensfeindlich. Nach oben folgte eine Sprungschicht und dann in den oberen Wasserschichten eine sauerstoffreiche Zone in der Leben möglich war. Dies war sowohl im freien Wasserraum der Lagune ( z. B. durch Fische, manche Krebse) als auch auf dem Boden der Riffe oberhalb der Sprungschicht (z.B. durch andere Krebse, Würmer) möglich. Abgesunkene Tierleichen wurden in dem lebensfeindlichen Bodenmilieu durch das fast völlige Fehlen von Aasfressern nur sehr langsam zersetzt. 

In Abständen kam es immer wieder zu gewaltigen Stürmen und Monsunwinden, wobei  Kalkschlamm über die Riffschranken hinweg in die Wannen gedrückt wurde. Nach Abklingen der Stürme setzte sich der Kalkschlamm rasch schichtenweise ab und bildete sog. Flinze.

 

Die durch die Stürme verursachten Verwirbelungen führten zur Wasservermischung: das sauerstoffreiche Wasser der oberen Schicht wird mit sauerstoffarmem und salzhaltigem Wasser der unteren Schicht gemischt, was zum schnellen Tod der Meerestiere führt. Zusätzlich lassen die Stürme manche Land- und Lufttiere ins Meer stürzen, ertrinken und absinken. Solche vom Kalk nach kurzer Zeit zugedeckten Tierleichen werden in der Regel besonders gut überliefert.

Wannenbildung in der Lagune

(Abb. aus: Röper  und Rothgaenger, Die Plattenkalke von Schernfeld, Eichendorf Verlag, 2000)